01.02.2002

Teuro EURO III:
Die neue Währung entpuppt sich als Lohnkürzung für Taxifahrer

Viele Kollegen hatten schon vor dem Jahreswechsel so ihre  Befürchtungen: Wie würde sich der Euro auf das Trinkgeldverhalten der Fährgäste auswirken? Sitzt das neue Geld genauso locker wie die (gute?) alte Mark? Oder muß der Fahrer demnächst den Gurt, pardon, Gürtel enger schnallen, da ein nicht unerheblicher Teil seines Verdienstes wegzufallen droht?!
31 Tage Euro sind nun bereits ins Land gezogen. Zeit für ein kleines Zwischenfazit.

Die Bilanz fällt nicht günstig aus: Oldenburgs Taxifahrer mußten teilweise erhebliche Einbußen beim Trinkgeld hinnehmen! Rollte der Euro kurz nach Silvester noch recht gut, so ist spätestens seit der zweiten Januarwoche nicht nur beim Tourenaufkommen ein erheblicher Rückgang festzustellen. Deutschland spart! Und das leider auch beim Trinkgeld! Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Doch müssen Taxifahrer es  einfach so hinnehmen, daß der Euro in ihrem Dienstleistungsberuf eine (hoffentlich vorübergehende) Lohnkürzung bedeutet? „Tja!“, wird mancher Leser dieser Zeilen sich denken. „Vielleicht stimmt was nicht mit  deinem Dienstleistungsverständnis. Du mußt dich mehr bemühen - dann gibts auch mehr Trinkgeld.“ Eben nicht! Der Euro hat momentan  die sonst übliche Regel für einen Taxifahrer „Je freundlicher und zuvorkommender - desto mehr Trinkgeld“ außer Kraft gesetzt. Davon abgesehen, daß die (Trinkgeld)Wege eines Fahrgastes unergründlich sind - wie soll es weitergehen?

Nun, vielleicht  ist es an der Zeit, eine andere „Heilige Kuh“ des Taxigewerbes zu schlachten: Die Lohnerhöhung! Ein Unwort - so denken eigentlich alle Taxi- und Mietwagenunternehmer. Deren Leitsatz lautet schließlich, daß es für angestellte Fahrer eine Lohnerhöhung nur in Verbindung mit einer Tariferhöhung geben könne. Die Erhöhung des Provisionsanteils eines Fahrers am Schichtumsatz wird nicht oder nur sehr selten in Erwägung gezogen.

Die im Jahre 2000 vorgenommene Taxitariferhöhung ging fast spurlos an den Oldenburger Taxifahrern vorüber, da alle Oldenburger Taxizentralen einen anhaltenden Tourenrückgang zu beklagen haben. Ebenso die durch die Euroumstellung notwendig gewordene Tarifanpassung, die ebenfalls eine leichte Erhöhung der Beförderungsentgelte mit sich brachte. Doch keinen einzigen zusätzlichen Cent auf der Lohnabrechnung,

Die eigentlichen Leidtragenden des Euros sind zur Zeit die Fahrer. Es ist also an der Zeit, das Thema Lohnerhöhung auf die Tagesordnung zu setzen. Und zwar ohne, daß schon wieder eine Tariferhöhung vorgenommen wird.
(gl)

Das Thema Euro, Einbußen bei Umsatz und Trinkgeld sowie Lohnerhöhung möchten wir auf der Forum-Seite zur Diskussion stellen. Vielleicht ergeben sich dabei mal ungeahnte Aspekte. Und was sagen die Unternehmer?
 

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