22.03.2002

Verkehrsversuch beginnt im Mai

Spätestens in der ersten Maiwoche soll der Verkehrsversuch im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) beginnen. Dieses war das Ergebnis der gestrigen Verkehrsausschußsitzung im Alten Gymnasium.

Es wird also ernst für alle Verkehrsteilnehmer! Und ganz besonders für Oldenburgs Taxifahrer, denn erstmals wurde die detaillierte Planung einer probeweisen Einbahnstraßenregelung auf dem Theaterwall der Öffentlichkeit vorgestellt. Während der geplanten sechsmonatigen Probezeit soll überprüft werden, ob das städtische Verkehrsnetz leistungsfähig genug ist, diese zusätzlichen Belastungen aufzufangen. An die Nerven der örtlichen Personenbeförderer hat dabei wohl niemand gedacht!? Ein wenig beruhigend scheint hierbei die Bemerkung der Verkehrsdezernentin Karin Opphard, daß man den Verkehrsversuch bei einem absehbaren Scheitern auch vorzeitig abbrechen könne.

Der Verkehrsversuch sieht vor, daß die Einbahnstraße ab der Zufahrt zum Parkplatz am Alten Gymnasium (gegenüber Einfahrt Bergstraße) in Fahrtrichtung Julius-Mosen-Platz beginnt. Ab hier bekommen die Fahrradfahrer eine eigene Spur auf der Straße. PKW und Busse sollen noch eine gemeinsame Spur bis zur Kreuzung Roonstraße nutzen. Taxen und Privat-PKW werden auch weiterhin links abbiegen können, wenn sie das Dobbenviertel und weiter westlich gelegenere Stadtviertel ansteuern.

Ab der Roonstraße bekommen Fahrradfahrer, Busse und PKW jeweils eine separate Spur, die dann bis zum „Julius“ weitergeführt wird. Die Fahrradfahrer wechseln erst hier wieder zurück auf den bereits vorhandenen Radweg. Ein Rechtsabbiegen aus der Roonstraße auf den Theaterwall ist zukünftig tabu.

Doch nicht nur auf dem Theaterwall wird nichts mehr so sein wie vorher: Die Lindenallee wird in Fahrtrichtung Meinardusstraße  ebenfalls zur Einbahnstraße. Auf diese Weise soll versucht werden, das Dobbenviertel ein wenig zu entlasten. Die Ofener Straße erhält Höhe Friedensplatz für die Busse eine separate Linksabbiegerspur in den Heiligengeistwall, die rechts neben der PKW Spur angelegt wird.

Alle baulichen Veränderungen werden so geplant, daß bei einem Scheitern des Verkehrsversuchs die Kosten des Rückbaus möglichst gering gehalten werden.

So stand auch das Thema „Geld“ während der Präsentation der Planungsgruppe bei den Mitgliedern des Verkehrsausschuß im Vordergrund. Sensibilisiert durch die angespannte Haushaltslage der Stadt Oldenburg betonten die Mitglieder fast aller Fraktionen immer wieder, daß man auch beim Verkehrsversuch versuchen müsse zu sparen, wo es nur irgend möglich sei. Lediglich eine Rastfrau führte an, daß man aber „nicht am falschen Ende sparen“ dürfe, womit sie sich auf den Einsatz des externen Gutachters bezog, der die Probezeit begleiten und auswerten soll.

Nur, welches ist das falsche Ende? Das Ende mit Schrecken, oder der Schrecken ohne Ende?
(gl)
 

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