13.05.2002

The days after

Gähnende Leere um 9.30 Uhr:
Ein einsamer LKW auf der Linksabbiegerspur des Theaterwalls.
Einsamer LKW am Julius-Mosen-Platz
Die verlassene Ofener Straße:
Wo sind die PKW-Massen geblieben?
Gähnende Leere in der Ofener Straße
Da kommt Freude auf:
Nachdem die PKW in der Lindenallee  jetzt rechts parken, sieht es zwar viel voller aus, doch der Eindruck täuscht  - auch hier kein fahrender PKW in Sicht.
Kein fahrender PKW in der Lindenallee
Neue Sitten:
Noch nicht alle TaxifahrerInnen wollen es wahrhaben: Das Bescheißen der KollegInnen am Julius hat ein Ende.
Vorziehen bitte!  - Neue Sitten am Julius
Engpaß:
Am Ende der  Busspur kommen stehende Taxen und fahrende PKW sich immer wieder gefährlich nahe, nachdem die Rechtsabbiegerspur auf der gegenüberliegenden Seite gesperrt wurde.
Engpaß Busspur

Knapp eine Woche nach  Beginn des Verkehrsversuchs “Einbahnstraße Theaterwall” haben sich die ersten Wogen der Entrüstung bei den Betroffenen ein wenig gelegt. Hieß es noch vor wenigen Tagen “Das funktioniert nie!”, so haben sich bisher trotz des Pessimismus im Vorfeld nicht alle negativen Annahmen bestätigt.

Phasenweise ist es jetzt möglich, daß man sich selbst  werktags um 9.30 Uhr  allein auf weiter Flur wiederfindet (siehe Fotos). Auch die Lindenalleebewohner haben bisher keinen Grund zur Klage, wenn man mal von gewissen Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche absieht. Denn sie müssen nach Durchfahren der Straße jetzt erst den Umweg über Theaterwall oder Ratsherr-Schulze-Straße und Ofener Straße nehmen, um zum Straßenanfang zurückzukehren, wenn sich nicht auf Anhieb ein Parkplatz fand.

Bei fortschreitender Uhrzeit bestätigt sich allerdings täglich, daß die am Montag gemeldeten kritischen Punkte vermutlich zum Stolperstein für den ganzen Versuch werden könnten.
 Der Verkehr auf dem Theaterwall fließt in der Regel recht gut. Doch wenn den Linksabbiegern zur Ofener Straße der Platz ausgeht (die Spur wurde drastisch verkürzt) und sie sich auf der durchgehenden Spur Richtung Lappan zurückstauen, bricht sofort der Verkehr im Bereich Theater zusammen. Ein Fahrer der Tagschicht berichtet, daß die Anfahrt vom Stadtwesten dann vollkommen  unberechenbar wird. Von 15 bis zu 20 Minuten Fahrzeit ist die Rede. Schon findet der Wunsch nach der Mitbenutzung der neu errichteten Busspur als ausgleichende Maßnahme immer mehr Anhänger.

Die NachtschichtfahrerInnen haben dagegen ganz andere Probleme: Während Staus um diese Zeit ausbleiben, kämpfen etliche von ihnen noch mit der Umstellung beim Aufstellen auf dem Nachrückstand am Julius-Mosen-Platz. Die seit einiger Zeit herrschende Unsitte, vom hinteren Teil aus nicht mehr vorzuziehen, gerät unter Beschuß. Von Lappan oder Ofener Straße kommende FahrerInnen stellen sich gleich vorne an oder fahren über Julius-Mosen-Platz und Gehweg (!) gegen die Richtung, um sich hinten anzustellen. Einige Wagemutige ignorieren gelegentlich auch gleich die ganze Einbahnregelung und fahren wie bisher den Stand an. Der erste Blechschaden ist da nur eine Frage der Zeit.

Den FahrerInnen im vorderen Teil des Taxistands am Julius-Mosen-Platz macht seit dem Umbau ein unerwarteter  Engpaß zu schaffen. Die vom Lappan kommenden und  zur Ofener Straße rechtsabbiegenden PKW können seit Montag ihre bisherige Spur nicht mehr benutzen. Sie wurde durch Baken und Gitter gesperrt. An der Einmündung Wallstraße wird es im Begegnungsverkehr nun - auch wegen der Fahrbahnverschwenkung - eng. Unnötig eng, denn mit ein bißchen mehr Augenmaß hätte sich hier ohne Probleme eine bessere Lösung finden lassen. Bleibt zu hoffen, daß bei einem eventuellen Fortbestehen der Regelung über den Testzeitraum hinaus die Belange der Taxen mehr berücksichtigt werden.

“Das funktioniert nie!”. Dieser am Montag letzter Woche oft gehörte Satz kam Passanten und Fahrgästen in den letzten Tagen seltener über die Lippen. Statt dessen gehen immer mehr Leute auf Spurensuche. Sie fragen:

  • Wer ist eigentlich verantwortlich für die Regelung?
  • Was soll das Ganze überhaupt?
  • Kann man das Geld nicht sinnvoller ausgeben? 

Offenbar ist die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Oldenburg trotz aller vorangegangenen Treffen der beteiligten Verbände, Parteien, Gruppen etc. und aller Informationsveranstaltungen zum Thema  nicht ausreichend gewesen, um die breite Masse der Bevölkerung zu erreichen. Sicher ein Punkt, aus dem für zukünftige Vorhaben Konsequenzen gezogen werden sollten. Denn es kann nicht der Sinn eines solchen Testlaufs sein, wenn (nicht wenige) Betroffene aufgrund von vermeidbaren Verständnisschwierigkeiten schon jetzt mit Liebesentzug bei der nächsten Kommunalwahl drohen.
(jr)

Nachdem schon vor einiger Zeit Einträge zum Thema Verkehrsversuch bzw. Julius im Forum des INNENSPIEGEL gemacht wurden, herrscht dort im Augenblick Funkstille. Zeit also, das zu ändern. Meinungsunterschiede gibt es ja genug, wie man täglich vor Ort feststellen kann.
 
 

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