05.07.2002

Das Ende

NDR 3 meldete es in seiner gestrigen “Hallo Niedersachsen”-Sendung zuerst:
Der  Verwaltungsauschuß der Stadt Oldenburg hat beschlossen, den umstrittenen Verkehrsversuch auf dem Theaterwall umgehend und damit vorzeitig zu beenden.
Nachdem schon vor zwei Wochen die Einbahnregelung zwischen Parkplatz AGO und Roonstraße wieder aufgehoben wurde, ist jetzt der Rest der Strecke fällig. Gegenstimmen kamen von den Grünen und der Fahrradlobby.

Nachdem die Anwohner des Dobbenviertels erfolgreich die politischen Mehrheiten für ihre Interessen einspannen konnten, können sie jetzt hoffen, daß sich die  alten Verkehrsverhältnisse nach einer kurzen Übergangszeit wieder einstellen. Ob damit alle Anwohner wirklich gut bedient sind, muß bezweifelt werden. Denn anders als in den Medien dargestellt - in der erwähnten NDR-Sendung wurden publikumswirksam noch einmal die Riesenstaus vom Tag der Einbahneinrichtung gezeigt - war den Verkehrszählungen der Stadt zufolge die Verkehrsbelastung aller Straßen des  Dobbenviertels zusammengenommen während des Versuchs eher zurückgegangen. Profitiert hatten vor allem Anwohner von Lindenallee und Roon- bzw. Hindenburgstraße.

Ist das Thema damit nun endgültig erledigt? Und was haben eigentlich die Taxen damit zu tun?
Vom Tisch wird die ganze Sache wohl noch lange nicht sein. Die Öffentlichkeit zerbricht sich den Kopf über vergeudete 60000 EUR. Michael Exner, NWZ-Kommentator, möchte in Zukunft einfach von Politiker-Ideen in Ruhe gelassen werden. Und TaxifahrerInnen müssen befürchten, daß nach dem Theaterwall nun der Heiligengeistwall als Versuchsträger herhalten muß. Nachdem dort ein Geschäft nach dem anderen seine Pforten schließt, spukt in manch einem Kopf der Gedanke herum, mit einem etwas breiteren Gehweg und einer ansprechenderen Gestaltung würde noch heute das Leben dort pulsieren.  Was wäre also näherliegend, als dafür auf eine Fahrspur zu verzichten? Wünschenswert, wenn die Betreffenden sich vorher überlegten, was danach eine Taxifahrt vom Waffenplatz nach Eversten oder Bloherfelde mit Umweg über den Pferdemarkt kostet.

Und wir werden irgendwann noch einmal an die jetzt gekippte Regelung erinnert werden:
Wenn der nächste schwere Unfall mit Fußgänger- oder Fahrradbeteiligung sich am Theaterwall ereignet. Hoffentlich ist es dann für das Unfallopfer nicht das Ende.
(jr)
 

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