12.09.2002

1500 Taxen auf Demo in Berlin

Unter dem Motto  “Das Taxigewerbe kämpft um soziale Gerechtigkeit” kamen heute in Berlin 2000 Taxler mit 1500 Fahrzeugen (Angaben laut Veranstalter - 450 Taxen laut Polizei) zur angekündigten Großdemo zusammen. Für das befürchtete Verkehrschaos reichte es dennoch nicht. Geladen hatte der Taxiverband Deutschland. (Link zur Demo-Site)

 Ein gewerbespezifischer Rundumschlag prallte auf die anwesenden Politiker nieder, die sich so kurz vor der Bundestagswahl ausnahmsweise mal etwas intensiver mit der Sachlage beschäftigten. Forderungen nach  Gleichberechtigung mit anderen ÖPNV-Verkehrsmitteln, Modernisierung der Rechtsvorschriften und generell eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Gewerbes waren als Kernthemen angesagt. Taxifahrer und  -unternehmer dürften nicht die Sozialfälle von morgen sein, erklärte TVD-Chef Peter Kristan.

Kommentar:

Ob´s wirklich hilft?

So groß die Freude darüber ist, daß  sich tatsächlich 2000 Taxler an einem Ort aufhalten können, ohne sich gleich zu streiten, so unwahrscheinlich ist es, auf baldige Besserung für die nicht gerade rosige Lage im Gewerbe rechnen zu können. Denn mit ein paar rhetorischen Brosamen stimmenhungriger (aber in der Regel trotz allem uninteressierter) Politiker ist es nicht getan. Der nicht mehr zeitgemäße Ordnungsrahmen für das Gewerbe ist das Grundübel, das jede flexible Reaktion auf Beförderungsnachfragen schon im Keim erstickt. Die daraus resultierende Grundhaltung der meisten im Gewerbe, nicht Kundschaft zu aquirieren sondern zu warten, bis sie von allein in ein Taxi fällt, kann fatal sein, wie wir alle zur Zeit spüren.
(jr)


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