01.07.2004

Höherer Taxitarif nicht in Sicht

Stadt Oldenburg liegt noch kein Antrag vor

Mit dem Beginn der Schulferien in Niedersachsen werden wohl auch in Oldenburg die Preise an den Zapfsäulen wieder in die Höhe schnellen. Und würde es nach den Fahrgästen gehen, so hätten diese offensichtlich sogar Verständnis, wenn deshalb die Taxipreise steigen würden: „Taxifahren wird doch bestimmt bald teurer, oder?“ Ein Satz, den in den letzten Wochen wohl jeder Kutscher zu hören bekam.

Doch offensichtlich sind die Oldenburger Taxiunternehmer bezüglich einer Tariferhöhung noch nicht tätig geworden: So teilte die Stadt Oldenburg auf Nachfragen mit, dass zur Zeit noch kein Antrag auf Taxitariferhöhung vorliegt. „Die Verbände oder Unternehmensvertretungen haben sich bislang nicht gemeldet!“, so Christiane Maaß vom Presseamt der Stadt.
(gl)

Kommentar

Domino Day

Alljährlich veranstaltet ein deutscher Privatfernsehsender ein angebliches TV Event, bei dem zwei Teams in mühevollster Kleinarbeit unzählige kleine Holzstückchen zu unglaublichsten Formationen und bizarresten Figuren aneinandereihen, nur um sie dann durch einen kleinen Stoss nacheinander zu Fall zu bringen.

Haben sie ihre Arbeit gut gemacht, dann läuft diese Kettenreaktion reibungslos ab. Und alle jubeln, weil man sozusagen im Modell nachgestellt hat, was im normalen Leben tagtäglich nach dem gleichen Prinzip funktioniert.

Und was sich immer wieder bewährt hat – so eine alte Kutscherweisheit – wird auch von Taxiunternehmern praktiziert.

So kündigte vor wenigen Wochen der Sprecher des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen an, dass wenn es bei den hohen Benzinpreisen bleibe, es zu höheren Taxitarifen keine Alternative gebe. „Die Preise müssen wir weitergeben, keine Frage!“ Er teilte außerdem mit, das Taxiunternehmer hierzu eine Krisenkonferenz planen...

Krisenkonferenz? Zu welchem Thema denn genau? Etwa zum Thema: „Warum ist die OPEC so gemein zu uns?“ oder vielleicht zu der Fragestellung „Warum werden Taxiunternehmen nicht endlich von der Ökosteuer befreit?“. Vielleicht aber auch zu der Frage „Wie nutzen wir die momentane Hysterie um die Benzinpreise, um von langer Hand eine flächendeckende Tariferhöhung vorzubereiten, für die der Großteil der Öffentlichkeit Verständnis und die Taxiwelt mit möglichst wenig Widerstand zu rechnen hätte?“

Und dabei wäre es doch nicht schlecht, wenn die Konferenzteilnehmer sich hierbei an den Domino Day erinnern würden. Soll heißen: In welcher niedersächsischen Stadt geben wir den Anstoß; wo versuchen wir zuerst eine Tariferhöhung durchzuboxen? Fällt die erste Dominostadt, dann wird es für die anderen Unternehmerverbände in ihrer jeweiligen Stadt umso leichter, höhere Tarife durchzusetzen...

Und schon wieder hätte man es geschafft, sich vor einer ernsthaften und schmerzhaften Auseinandersetzung mit den wirklichen Problemen des Taxigewerbes zu drücken.

Lasst uns hoffen, dass diejenigen Oldenburger Taxiunternehmer zu Blockiersteinen werden, die schon jetzt sagen: „Tariferhöhung? Nein danke!“
(gl)
 

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