02.09.2004

Gewerkschaft bezieht Stellung

ver.di gegen Erhöhung des Oldenburger Taxitarifs

Schnell soll es gehen! „So schnell wie nur irgend möglich!“, heißt es in dem Eilantrag auf Taxitariferhöhung der Oldenburger Unternehmerverbände. Doch für die Stadtverwaltung bedeutet schnell offenbar nicht hastig oder gar überhastet. 

So wurde die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erst einmal um Stellungnahme gebeten, da die Unternehmer ihren Antrag offensichtlich nachträglich mit Lohnkostensteigerungen in Höhe von 8,5% begründen.

Und für die Arbeitnehmervertreter ist die Sachlage eindeutig: So bezeichnet Jürgen Meerbothe (ver.di, Fachbereich 11, ÖPNV) in seinem Antwortschreiben diese Behauptung als „Unverschämtheit“.

Außerdem bittet er in der Stellungnahme „doch bei den Überlegungen bezüglich einer Genehmigung der erhöhten Tarife im Verkehrsausschuss zur Kenntnis zu nehmen, dass auf einem Treffen von ver.di-Mitgliedern in der Branche Taxen von Betriebsräten der Taxen-Branche in Oldenburg die Befürchtung geäußert wurde, dass die Einnahmen und somit die Verdienstmöglichkeiten noch weiter sinken.“

Schon jetzt sei es kaum möglich, für Fahrer in der Branche ein ausreichendes Einkommen sicher zu stellen.
gl

Kommentar:

Supischnell am Ziel vorbei?

Jeder Taxifahrer weiß Bescheid wenn es über Funk heißt: „Schnell! So schnell wie nur irgend möglich“ Manchmal ist es auch der Fahrgast, der von hinten fordernd zur Tempoverschärfung anmahnt. Doch in diesem Fall sind es mal wieder die Unternehmer, die bei ihrem Eilantrag auf die Tube drücken. Wenn sie dabei man nicht was ganz wichtiges vergessen haben ... Richtig! Eine ordentliche Begründung für ihre supischnelle Forderung nach Tariferhöhung haben sie vergessen. In dem Antrag steht lediglich was von „Kostenexplosion in Teilbereichen“ , aber das kann auch beispielsweise bedeuten, dass bei einer Taxe der Motor verreckt ist.

Spaß beiseite: Schwammiger, unpräziser, unsicherer kann man einen Antrag doch wohl nicht stellen, oder?! Die Begründung "Lohnkostensteigerung" kam offenbar erst beim Nachhaken ins Spiel.

Muss man sich etwa Sorgen um die Unternehmervertreter machen? Wo bleibt deren Kreativität? Soll das Ganze etwa eine Herausforderung für die Oldenburger Taxifahrer sein, sich zu organisieren, Argumente zu suchen und zu finden, die gegen eine Tariferhöhung sprechen? Okay! Akzeptiert! Aber langsam! Und wohlüberlegt!

Genug Zeit dafür bleibt auf jeden Fall, denn erst Ende des Monats findet wieder ein Verkehrsausschuss statt. Und die nächste Ratssitzung ist am 27. September. Vor dem Kramermarkt wird es also sowieso nichts mit einer Tariferhöhung!
gl
 


 

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