10.12.2005

Verlängerung

Samstags weiterhin auf dem Julius

Nach einem fast halbjährigen Probelauf heißt es für Oldenburgs Taxifahrer auch weiterhin: „Samstags gehört der Julius uns!“ Die Stadtverwaltung beabsichtigt, die an diesem Wochenende auslaufende Ausnahmegenehmigung zum nächtlichen Bereithalten auf dem Julius-Mosen-Platz, bis Ende 2006 zu verlängern. Dieses teilte Stadtsprecherin Christiane Maaß auf Nachfrage mit.
gl

Kommentar

Eigenes Süppchen kochen

Man kann sicherlich darüber streiten, ob die derzeitige und auch zukünftige Regelung, den Julius-Mosen-Platz während der Samstag Nachtschicht als Nachrückstand zu nutzen, praktikabel ist oder nicht. Man könnte sogar argumentieren, dass der vorgeschriebene Anfahrtsweg über Neue und Kurwickstraße unnütze (Kilo)Meter- und damit Dieselverschwendung ist. Und mit viel gutem Willen könnte man möglicherweise außerdem behaupten, von dieser Regelung bisher eigentlich gar nichts gewusst zu haben.

(Fast) jeder Kollege kocht in der Samstag Nachtschicht sein eigenes Süppchen. Die Zutaten dafür, mischt er sich bei jeder Anfahrt Richtung Waffenplatz neu und nach eigenem Geschmack. „Ach, die Taxiampel zeigt zwar an, das der Stand voll ist. Egal, ich fahre trotzdem rein!“ „Da stehen zwar welche auf dem Julius. Naja, ich stelle mich aber mal hinten an die Bushaltestelle!“ „Ich soll über Neue und Kurwickstraße fahren? Nö, da bretter ich doch besser einfach geradeaus rüber!“

Die Dummen sind diejenigen, die sich an die Vorschriften halten. Wie immer. Sie werden überrundet, belächelt und schlimmstenfalls beschimpft.

Und was passiert, wenn man einen beliebigen Fahrer mal auf seine Unkollegialität anspricht? „Was? Davon habe ich bisher nichts gewusst! Wie lange soll das schon gültig sein? Sechs Monate? Und eine Kopie der Anordnung soll ich im Fahrzeug mitführen? Noch nie gesehen!“

Das Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, mussten im letzten Sommer einige Kollegen schmerzlich erfahren. Es hagelte Bußgelder! Wobei es immer wieder verwunderlich ist, wie kurz die Halbwertzeit solcher Strafaktionen bei vielen ist – selbst wenn ein Schichtlohn dafür drauf gegangen ist.

Daran sollte man denken, wenn uns Ordnungsamt oder Polizei beim nächsten Mal die Suppe versalzen.
gl

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