21.02.2006

Kommt jetzt der Super-Stau?

Langfristige Vollsperrung der BAB 28 wegen Sanierungsarbeiten

Auf eine schwere Beeinträchtigung des innerstädtischen Verkehrs dürfen sich die Autofahrer in Oldenburg einstellen. Ab April 2006 wird die BAB 28 wegen Sanierungsarbeiten zwischen den Anschlußstellen Osternburg bzw. Kreyenbrück und Haarentor für etwa sechs Monate voll gesperrt. Im folgenden Jahr folgt dann die Gegenrichtung.

Die Sanierung wurde wegen Schäden an der Fahrbahn und den Brückenübergängen notwendig. Das jahrelange Tauziehen um Maßnahmen zur Lärmminderung mündet zwar nicht in die Verwendung des von den Anwohnern gewünschten Flüsterasphalts sowie die Erhöhung der Lärmschutzwände. Dennoch sprach die Stadtverwaltung in der gestrigen Verkehrsausschußsitzung von einem Erfolg. Man habe erreichen können, daß die Lärmemissionen an den Brückenübergängen künftig deutlich niedriger ausfallen dürften als bisher. Auch der neue Fahrbahnbelag werde eine Lärmminderung um etwa 4 db mit sich bringen.

Die Arbeiten werden je Richtung in zwei Teilabschnitten absolviert.  Den Beginn macht der Bereich zwischen den Anschlußstellen Osternburg und Kreyenbrück, nach drei Monaten folgt die Strecke von dort bis zur Anschlußstelle Haarentor. 2007 geht es dann auf der Gegenfahrbahn in umgekehrter Reihenfolge zurück.

Doch bis die große Ruhe in Oldenburg einkehrt, werden sich die Autofahrer in der Stadt voraussichtlich erst einmal mit Verkehrsströmen herumplagen müssen, wie sie zuletzt vor 30 Jahren an der Tagesordnung waren. Da die Verkehrsbelastung der BAB 28 zu hoch ist, um die Baustelle auf eine Spur komprimiert zu passieren, und eine vierspurige Führung auf einer Fahrbahn wegen fehlender Breite nicht in Frage kommt, wird jeweils eine Fahrrichtung während der Bauarbeiten voll gesperrt.

Der Umleitungsverkehr soll vom Ostkreuz aus über die Abfahrt Ohmstede, die Nordtangente und die BAB 293 Richtung Emden/Leer fließen. Zwei Knotenpunkte, die sich bei den Sanierungsarbeiten vor einigen Jahren als hinderlich für einen zügigen Verkehrsfluß dort zeigten, sollen durch Änderungen entschärft werden. Zum einen wird es während der Bauarbeiten nicht möglich sein, von der Nordtangente auf die BAB 29 Richtung Bremen bzw. Osnabrück aufzufahren. Die kreuzenden Linksabbieger hatten seinerzeit den Verkehr zum Erliegen gebracht.

Zudem wird für aus Brake, Rastede oder Etzhorn kommende Fahrzeuge die Abfahrt Bürgerfelde gesperrt. Um Abbiege-Konflikte mit den zahlreichen von der Nordtangente aus an der Anschlußstelle Nadorst auffahrenden PKW zu vermeiden, werden sie auf der linken Fahrspur daran vorbeigeführt. Zur Unterstreichung dieses Vorhabens werden die Fahrspuren dort durch Mauern statt Linien getrennt. Von Nadorst aus auffahrende PKW werden die Abfahrt Bürgerfelde daher weiter nutzen können.

Da beträchtliche Teile des innerstädtischen Verkehrs über die Stadtautobahn abgewickelt wird, ist davon auszugehen, daß die Umleitung die Durchreisenden weitestgehend daran hindert, der Stadt einen unfreiwilligen Besuch abzustatten. Nicht so leicht wird es dagegen sein, die Anwohner und Anlieger im weitesten Sinne davon zu überzeugen, daß sie von Bremen oder Osnabrück aus über Ohmstede und Nadorst nach Kreyenbrück  fahren sollen. Zudem werden wohl viele in Richtung Emsland Reisende (B 401) zunächst einmal ihr Glück auf innerstädtischen Straßen suchen. Um das zu verhindern, soll im Vorfeld eine umfangreiche Informationskampagne gestartet werden.

Nach den Erfahrungen der Sanierungsarbeiten rund um das Westkreuz ist zu befürchten, daß das wenig leistungsfähige Straßennetz in Osternburg und Kreyenbrück diesem Andrang nicht gewachsen sein wird. Vor allem die Bremer Heerstraße dürfte zum Dauerstaubereich werden.
(jr)

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