01. April 2012

Geisterstadt

Oldenburger Sperrstunde voller Erfolg

01.04.2012 - Geisterstadt Oldenburg

Die City um 1 Uhr in der vergangenen Nacht -
menschenleer und straftatenarm

01.04.2012 - Menschenleere Wallstra├če

Oldenburgs Polizeichef Johann K├╝hme: ÔÇ×Irgendwann muss eine Stadt auch mal zur Ruhe kommen.ÔÇť

Vermehrte Raub├╝berf├Ąlle, Schl├Ągereien und Sachbesch├Ądigungen in der Innenstadt hatten vor drei Jahren auf Anregung der Polizei zu einer verst├Ąrkten Diskussion ├╝ber m├Âgliche Gegenma├čnahmen gef├╝hrt. Eine von Polizeichef Johann K├╝hme angeregte Sperrstunde wurde im Folgejahr zun├Ąchst auf freiwilliger Basis eingef├╝hrt. Die im Anschlu├č verk├╝ndete Bilanz zeigte ├╝berdeutlich das beruhigende Potential dieser Ma├čnahme Beschr├Ąnkung - gegen├╝ber dem Vorjahr sank die Anzahl der Straftaten zwischen 20 und 7 Uhr um 16 Prozent.

Aufgrund dieses Erfolges beschlo├č der Rat der Stadt Oldenburg am 28.02.2011 eine auf ein Jahr befristete allgemeine Sperrstunde von 5 bis 7 Uhr.

Die Bef├╝rchtungen der Sperrstundengegner haben sich in den vergangenen 12 Monaten nicht bewahrheitet. So hatte z.B. ein Sprecher der B├╝rgerinitiative ÔÇťOldenburger gegen SperrstundeÔÇŁ gegen├╝ber dem INNENSPIEGEL ge├Ąu├čert: ÔÇťEine Sperrstunde ist ja keine Ausgangssperre. Deshalb werden wir erleben, da├č die Jugendlichen ihre Partys drau├čen in der Fu├čg├Ąngerzone feiern werden. Sie werden ihren Alkohol selbst mitbringen, betrunken Passanten bel├Ąstigen, vielleicht sogar mit Ghettoblastern die Innenstadt beschallen. Au├čerdem werden die M├╝llberge wachsen. Schon jetzt klagt der AWB ├╝ber die Abfallmengen und dar├╝ber, da├č das Personal nicht bereit sei, noch mehr Sonntagsdienste zu machen als bisher. Man mu├č die Stadt auch an ihre soziale Verantwortung erinnern: Gerade in Zeiten von Komasaufen und Vandalismus mu├č es eine soziale Kontrolle der Jugendlichen geben, die in den Kneipen und Diskotheken durchaus gegeben ist, nicht aber auf der Stra├če. Und wir m├╝ssen aufpassen, da├č zum L├Ądchensterben durch die Schlo├čh├Âfe nicht auch noch ein Diskotheken- und Gastronomiesterben hinzukommt."

01.04.2012 - Vor der Sperrstunde: Saturday Night Fever

Gef├Ąhrliche Vergangenheit:
Saturday Night Fever

Am Morgen des 01. April 2011 war es zwar kurzzeitig zu Tumulten vor B├Ąckereien gekommen, als Sp├Ątheimkehrer und Fr├╝haufsteher auf den gewohnten Coffee-to-go verzichten mu├čten. Doch schon wenig sp├Ąter machten die Ausgesperrten den Gegnern der Sperrstunde einen kreativen Strich durch die Rechnung - ihr Motto: ÔÇťSperrstunde ist nur solange, bis die Leute woanders feiern.ÔÇŁ Ein Leitspruch ├╝brigens, der an den vielgeschm├Ąhten ehemaligen Baudezernenten Frank-Egon Pantel erinnert, der bei der Diskussion um den R├╝ckbau der Staulinie auf eine einzige Fahrspur f├╝r alle Fahrzeuge erkl├Ąrt hatte: "Stau ist nur solange, bis die Leute woanders langfahren."

Oldenburgs Polizeichef Johann K├╝hme sieht die Stadt inzwischen auf dem richtigen Weg: ÔÇ×Irgendwann muss eine Stadt auch mal zur Ruhe kommen.ÔÇť

Auf der j├╝ngsten Ratssitzung wurde die ÔÇťVerordnung ├╝ber Sperrzeiten f├╝r Gastst├Ątten und Vergn├╝gungsst├ĄttenÔÇŁ nun in versch├Ąrfter Form zur Dauerregelung erhoben. Oberb├╝rgermeister Gerhard Schwandners Ansinnen, den Waffenplatz in den Platz der himmlischen Ruhe umzubenennen, fand allerdings ├╝berraschend wenig Resonanz. Zun├Ąchst m├╝sse man abwarten, welche Ergebnisse das beschlossene Vorziehen der Sperrstunde auf 3 Uhr, wie sie der Polizeichef schon 2009 angedacht hatte, in der n├Ąchsten Zeit bringe. Auch wolle man erreichen, da├č die Wirte keinen Alkohol mehr an Betrunkene ausschenken.

(rl)

Seitenanfang   •   Kontakt   •   Impressum   •   Datenschutz