20.02.2007

Feuer frei!

BAB 28 erneut längerfristig wegen Bauarbeiten gesperrt

Vor fast genau einem Jahr fragten wir hier: Kommt jetzt der Superstau? Hintergrund war die Ankündigung, daß die Richtungsfahrbahn Leer der BAB 28 zwischen dem Ostkreuz und der Abfahrt Haarentor zusammengenommen ein halbes Jahr voll gesperrt werden sollte, um umfangreiche Sanierungsarbeiten ausführen zu können.

Die seinerzeit prognostizierten negativen Folgen traten in vollem Umfang ein. Der innerstädtische Verkehr kam zu einigen Tageszeiten dauerhaft zum Erliegen. Jetzt dürfen sich die Oldenburger auf Superstau Teil 2 freuen: Ab dem 23.05.07 ist die Gegenrichtung für den gesamten Verkehr gesperrt. Den Beginn macht der Abschnitt zwischen den Abfahrten Kreyenbrück und Osternburg, ab dem 02.08.07 folgt der Bereich zwischen den Abfahrten Haarentor und Kreyenbrück, in dem aber auch schon während Bauphase 1 einzelne Baumaßnahmen unter fließendem Verkehr ausgeführt werden sollen.

Aus technischen und Kapazitätsgründen sind die sonst üblichen Überleitungen auf die Gegenfahrbahn zur Umfahrung nicht möglich. Das erläuterte Joachim Delfs von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf der gestrigen Verkehrsausschußsitzung.

Als Umleitung soll dieses Mal nicht die Nordtangente dienen sondern die längere Strecke über das erst kürzlich um die nötige Abbiegemöglichkeit ergänzte Nordkreuz. Die Abkürzung über die Nordtangente soll dennoch auch möglich sein. Das könnte sich freilich als Fehler herausstellen, wenn zuviele Fahrzeugführer den längeren Umweg sparen wollen. Für diesen Fall liege ein Plan B bereit, so Delfs. Dann müßten leider die Abfahrten Nadorst der BAB 293 (von Norden aus kommend) und die Abfahrt Ohmstede der BAB 29 (von Bremen/Osnabrück aus kommend) gesperrt werden, um dem Umleitungsverkehr freie Bahn zu schaffen. Für den Fall dieses Worst-Case-Szenarios ist wohl damit zu rechnen, daß neben dem Stadtosten (während der ersten Bauphase) und dem Stadtwesten (während der zweiten Bauphase) zusätzlich auch der Stadtnorden in Mitleidenschaft gezogen wird.

Dazu äußerte sich Delfs freilich nicht. Eine gutgelaunte Ausschußvorsitzende Gesine Multhaupt forderte nach Delfs´ eindrucksvollem Vortrag  “Feuer frei!” und mußte zunächst auf sprachlose Verkehrsausschußmitglieder blicken. Die nach kurzer Denkpause folgenden Anfragen hinsichtlich Lärm/Tempobegrenzung (nützt nichts, solange die Lärm-Hauptverursacher LKW 80 km/h fahren dürfen), Lärmschutzwände (auf vorhandener Basis aus technischen und physikalischen Gründen nicht zu erhöhen) und Flüsterasphalt (abgelehnt, weil wegen der zahlreichen Brücken schlecht handhabbar),  wurden sichtbar nicht zur Zufriedenheit aller geklärt.

Immerhin gab es die Ansage, daß an mindestens 6 Tagen die Woche unter maximaler Ausnutzung des Tageslichts gearbeitet werde. Während der Bauarbeiten im letzten Jahr hatte es noch zahlreiche Klagen gegeben, daß zeitweise scheinbar keine Arbeiten ausgeführt wurden und das Bauende sich damit unnötig verzögere. Delfs kündigte an, daß der Terminplan sehr ehrgezig sei aber unter optimalen Witterungsbedingungen eingehalten werden könne.
(jr)

Frühere Meldung:
21.02.2006 - Kommt jetzt der Superstau?

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