Wer sägt denn da an dem Ast?

”Das Taxigewerbe ist wohl  das zerstrittendste Gewerbe, das es in Deutschland gibt. Nirgendwo herrscht eine solche Uneinigkeit und ein solcher Neid aufeinander.” (Zitat: Mitarbeiter des Hauptzollamts Oldenburg)
Das ist ja eigentlich nichts neues. In unserem Gewerbe gehören ja Tourenklau, Lügen und unkollegiales Verhalten (leider) fast schon zum guten Ton.
“Wieso? Macht doch jeder!” ist eine beliebte Ausrede, wenn man mal wieder erwischt wurde. Doch die Aussage eines Mitarbeiters des Hauptzollamtes, daß 90% aller Hinweise auf Leistungsmißbrauch aus dem Gewerbe selbst kämen, und in vorderster Front dabei mißgünstiger Unternehmer ständen, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Sicherlich: Unterschlagung, Betrug und Leistungsmißbrauch sind keine Kavaliersdelikte und gefährden letztlich die Solidargemeinschaft (ja, die gibt es noch!).
Doch warum “scheißt” ein Unternehmer den anderen bei zuständigen Behörden an? Welcher Vorfall hat ihn dazu bewogen?
Ich glaube, wir müssen uns dazu ganz hinab in die Niederungen des Gewerbes begeben. “Verdammt, xy hat mir gestern ´ne Tour nach Bremen geklaut. Der geht mir  sowieso schon lange auf den Senkel.
Den mache ich fertig. Den zeige ich beim Arbeitsamt an. Da stimmt sowieso was nicht mit seinen vielen Fahrern.” So könnte das ablaufen. Schlimm!
Schlimm! Aber noch nicht schlimm genug:
Wer an dem Ast sägt, auf dem wir alle sitzen - wer anderen eine Grube gräbt - wer den  ersten Stein wirft, der ... ja, der sollte nicht unter Kurzsichtigkeit leiden.
(gl)

 

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