Platz da: Hier kommt Taximann!

 “Sind Sie wirklich das Taxi für Sembol? Von Ambesser?”
“Ja sicher bin ich das.”
“Hier sieht es gar nicht aus wie in einem Taxi. Das ist alles so schmutzig hier. Machen Sie nie sauber?”
“Den Schmutz kann ich nicht leugnen. Aber sonst hat das alles seine Ordnung. Nur´n bißchen schmutzig halt. Der Aschenbecher ist auch voll. Den müßt ich dringendst leeren. Aber wenn Sie rauchen wollen, rauchen Sie! Kein Problem.”
 
So beginnt die rasante LiteraTour von Laabs Kowalski als Taximann, der in Riesenledermantel und mit orangefarbenem Käppi manchmal alte Omas verschreckt (siehe oben) und sich dabei allerlei Gedanken über Gott (“er starb am 15. Juni 1979 in Diamondhead”) und die Welt macht. 
 
In diesem Werk, das nur in der Mitte einen kleinen Hänger hat, kannst Du viele Bekannte wiederfinden, von denen Du vielleicht dachtest, daß sie nur in Oldenburg existieren:

  • Die Zentralistin, die mittlerweile einen Haß auf das Telefongeläute hat und lieber TV schaut, ist dabei. 
  • Fahrer können sich keine Straßennamen merken.
  • Chefs, die lieber ordentliche Kutscher hätten, als solche, die das Taxi für ihre Wohnung halten, fehlen ebenfalls nicht. 

Und da ist natürlich mittendrin auch immer Taximann: Ständige Anfälle von merkwürdigem Größenwahn machen ihm das Leben nicht gerade leicht, wenn er in seiner mit Zivilisationsmüll angefüllten Taxe die Stadt unsicher macht.
Du siehst: Oldenburg ist überall!

Auf der Hardcoverrückseite wird Taximann als “Held von Kleist´schem Format” angepriesen und Autor Laabs Kowalski als “Ein Godzilla der Sprache” (Zitat WAZ) bezeichnet. Auch eine Rezension zum Buch beim Internetanbieter amazon.de schlägt in diese Kerbe. Otto Normalleser könnte das eher abschrecken. Und vielleicht ist das auch gut so. Denn es ist zu befürchten, daß Leser, die nichts mit Taxen am Hut haben, sich angesichts einer riesigen Menge an Insider-Gags in der Welt von Taximann verirren.  

Alle jene, die sagen können “Oja, ich liebe meinen Job, bin Taximann mit Leib und Seele und bin ganz vernarrt darin.”, sind hier allerdings absolut richtig und sollten sich sofort ins literarische Getümmel stürzen, um ihre Lebensauffassung mit 130  Seiten Kurzweile zu untermauern.
(jr)
 
Taximann ist im Rake-Verlag, Rendsburg, erschienen. Leider hat kaum ein Laden das Buch vorrätig. Du kannst es aber unter der ISBN-Nummer 3-931476-17-0 für 19,80 DM überall bestellen.

 

Seitenanfang   •   Home   •   Kontakt   •   Forum