09.01.2004

Das wird teuer!

Neuregelung bei Krankenfahrten bringt Durcheinander und Sprachlosigkeit

Der GVN beklagt in einer aktuellen Pressemitteilung ein heilloses Durcheinander durch die Gesundheitsreform. Der Gesetzgeber habe Patienten, Ärzte und Taxiunternehmer allein gelassen.

Leider gelte das Gesundheitsmodernisierungsgesetz schon seit 01.01.2004, doch die für die praktische Abwicklung erforderlichen Ausführungsrichtlinien seien in wesentlichen Punkten noch offen. Die Rechtslage bezüglich Patienten zur Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie  sei zwar rechtlich klar, nicht jedoch wie mit Sclaganfall-, Parkinson-, MS-Kranken oder Querschnittsgelähmten verfahren solle.

Fatale Folgen, die allesamt zu einer drastischen Verteuerung für die Krankenkassen führen können, seien in Sicht.

  • Wegen der Unklarheiten bei der Bewilligung werde immer häufiger auf die deutlich teureren qualifizierten Krankentransporte oder Notfallrettungsfahrten zurückgegriffen.
  • Der  Verwaltungsaufwand für die Kassen werde deutlich steigen. Es würden sogar neue Abteilungen zur Abwicklung der Ausnahmegenehmigungen aufgebaut.
  • Ausgabensteigerungen in anderen Bereichen  würden dafür sorgen, daß die Kassenbeiträge trotz erhöhter Zuzahlungen weiter steigen.

In der Folge rechne man mit dem Verlust von 2500 bis 3000 Arbeitsplätzen allein im Einzugsbereich des GVN.

Kommentar

Von der Sprachlosigkeit der Taxifahrer

Wortgewaltig legen sich zur Zeit allerorten Gewerbevertreter ins Zeug, um die negativen Folgen der Gesundheitsreform für das Personenbeförderungsgewerbe aufzuzeigen. Wer einen Blick in die Online-Zeitungen wirft, wird geradezu erschlagen von entsprechenden Meldungen. In krassem Widerspruch dazu stehen die Taxiforen. Gähnende Leere macht sich da zu diesem Thema breit. Selbst in dem eigens im Dezember eingerichteten Krankentransport-Forum von taxi-heute finden sich bisher lediglich 10 Einträge.
Die Informationspolitik innerhalb des Gewerbes ist ebenfalls als mäßig zu bezeichnen. So bietet der GVN  beispielsweise etliche Informationsblätter für Unternehmer, Fahrpersonal und Patienten zum Download an. Eine tolle Sache zwar, doch es wäre der Sache dienlich, wenn zumindest die Patienteninfos auch ohne  Paßwort abrufbar wären. Sonst sollte sich niemand wundern, wenn selbst diejenigen Patienten, die problemlos eine Genehmigung der Kasse für ihre Fahrten bekommen könnten, darauf wegen unklarer Lage  verzichten.

Ach ja - eine gute Nachricht gibt es zum Schluß dann doch noch. Es wird zwar nicht gerne und vor allem nicht laut drüber geredet, doch Stefan Kehren bringt es im Düsseldorfer Taxiforum auf den Punkt. Alle vom Arzt und von der Krankenkasse genehmigten Fahrten werden für den Patienten billiger, nicht teurer. Vielleicht sollte man das mal weitersagen.
(jr)

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