12.12.2004

Leerfahrt

Nachtbus-Premiere ohne große Resonanz

Was lange seinen Schatten vorauswirft, kann sich trotzdem am Ende als Gespenst entpuppen: Der seit der letzten Nacht auf vier Linien verkehrende Nachtexpreß der VWG litt am Premierenabend unter mangelnder Resonanz. Nur sehr wenige Fahrgäste nahmen das Angebot wahr. Die Befürchtung des Taxigewerbes, die Nacht-Busse würden für Einbrüche in der Nachfrage sorgen, hat sich zumindest bisher nicht bewahrheitet.

Offenbar ist es der Kundschaft wichtig, wenn auch für - verglichen mit dem Bus - relativ viel Geld, so doch in akzeptabler Zeit, direkt ans Ziel zu kommen. Taxen können das ohne Probleme leisten, doch wenn man sich den Linienplan der VWG ansieht, dürfte schnell klar werden, wo die Defizite der Nachtbusse liegen: So mag es z.B. noch erträglich erscheinen, in 14 Minuten vom Lappan zum Lärchenring zu gelangen. DochNachtbus-Premiere ohne große Resonanz wer zur Ewigkeit will, benötigt fast dieselbe: 37 Minuten Fahrzeit sind hier angesagt. Zur noch dichter gelegenen Trakehnenstraße ist man gar 41 Minuten unterwegs.

Bleibt also abzuwarten, ob sich der Ansturm auf die neue Einrichtung in den nächsten Wochen noch ein wenig mehr entfaltet. Zur Zeit scheint aber erst mal ein Griff in die große Marketing-Kasse nötig, damit das Projekt nicht floppt.

Ebenfalls keinerlei Resonanz fand die neue Befahrensregelung für die Taxifahrer am Julius-Mosen-Platz. Dort hieß es schon im Laufe der Nacht: “Business as usual.”  - Vom verordneten Aufstellen auf dem Julius-Mosen-Platz keine Spur. Es wird - jetzt eindeutig rechtswidrig - weiterhin die gewohnte Aufstellungsordnung auf der Busspur beibehalten. Nachdem einer der Nachtbusse bei der Abfahrt behindert wurde, ist zu befürchten, daß die Aufsichtsbehörde dort in Zukunft kein Auge mehr zudrückt.

Es zeichnet sich zudem ab, daß die Anfahrt über Wallstraße, Neue Straße, Kurwickstraße zurück zur Wallstraße, um auf den Waffenplatz zu gelangen, nicht praktikabel ist. Erste Stimmen wurden laut, die aus diesem Grund die Entkoppelung der beiden Taxistände anregten. Das dürfte aber zunächst daran scheitern, daß die Aufstellfläche auf dem Waffenplatz nicht ausreichend ist, um dem dortigen Andrang von Taxen und Fahrgästen jederzeit gerecht zu werden.
(jr)

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