Mietwagen in der City:
Die Meinung eines Mietwagenfahrers

Tatort Waffenplatz. „Ich möchte gerne zur Ofener Straße.“ „Zur Ofener ..... naja, da hätten Sie ja wohl laufen können!“ Vielleicht ein wenig überspitzt formuliert, so steht dieser Gesprächsfetzen zwischen Taxifahrer und Fahrgast jedoch exemplarisch für immer wiederkehrende Situationen in der Dienstleistungsbranche „Personenbeförderung“. Welcher Taxifahrer fährt schon freudig erregt und freiwillig kurze und somit meistens nicht lukrative Touren? Welcher Fahrgast, nennen wir ihn ruhig einmal Kunde, läßt sich schon gerne dafür anmaulen?
Und welcher Taxifahrer kehrt schon in den Kiosk zurück, bei dem er wegen des käuflichen Erwerbs von nur einer Packung Kaugummi beschimpft wurde? Die drei Flaschen Sekt und den Sixpack kauft er später dann woanders. Aber zurück zum Waffenplatz. Die Folge von all dem ist, daß der Kunde nicht mehr zum Waffenplatz läuft, wenn er ein Taxi braucht. Wahrscheinlich möchte er auch gar kein Taxi mehr. Er hat schließlich die freie Auswahl in Oldenburg - an Funkmietwagen versteht sich.
Anfang bzw. Mitte der 90er Jahre, als die Dienstleistungsbranche „Personenbeförderung“ in OL brummte, eroberten die Funkmietwagen die Fußgängerzone. Sie bedienten die Gäste in den Kneipen, Discotheken und Restaurants. Vielleicht nicht immer schnellstens, aber dafür zuverlässig. Ein Attribut, daß sich die Taxler nicht  (mehr) auf ihre Fahnen schreiben konnten. Zu einfach war es, am Waffen- oder Marktplatz Kundschaft einzuladen. An schlechte Zeiten wurde dabei nicht gedacht! Ein Versäumnis, das sich nun offensichtlich  rächt, denn anders sind die häufig hysterisch anmutenden Ausbrüche einiger Taxikollegen beim Anblick eines Mietwagens in der City nicht zu erklären. Sich auf die auf allen Fuzo-relevanten Schildern gewählte Formulierung „Taxi frei“ zu beziehen, erscheint nur allzu simpel. Funkmietwagen bedienen ein Großteil der Innenstadtgastronomie; sie sind aus der Personenbeförderung in Oldenburg nicht mehr wegzudenken. Beschränkungen somit unzulässig. Die Auseinandersetzung um den sicherlich sensiblen Bereich der Fußgängerzone sollte sich, sofern sie sachlich und offen geführt wird, einzig und allein um das Thema DIENSTLEISTUNG drehen. Und deshalb: TAXI UND MIETWAGEN FREI - alles andere ist ein Anachronismus.

 

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